Rund um den Langkofel Il Sasso Lungo ad Anello
Diese klassische Wanderung führt im Uhrzeigersinn um den Langkofel herum, ausgehend von der Langkofelscharte, die mit dem Korblift vom Sellajoch erreicht wird. Einen starken Abstieg gibt es zunächst von der Langkofelscharte durch das Langkofelkar zur Langkofelhütte. Dabei gibt es bereits schöne Ausblicke auf die Seiser Alm und später auf den Schlern. Nach der Langkofelhütte, die am unteren Kar gelegen ist, gibt es für die weitere Runde keine größeren Auf- und Abstiege mehr, sodass diese Wanderung eher einfach ist und von Familien gerne begangen wird.
Durch die Umrundung des Langkofels gibt es, je nach Himmelsrichtung, unterschiedliche Landschaften zu sehen, was die Wanderung sehr abwechslungsreich macht. Nach Westen hin dominiert die Seiser Alm, nach Norden hin sind es die Berge jenseits des Grödnertals und nach Osten hin ist es die Sellagruppe. Neben der Langkofelhütte wird noch die Emilio-Comici-Hütte besucht, sodass für Einkehrmöglichkeiten gesorgt ist. Die Wanderung endet an der Talstation des Korbliftes, womit die Runde komplettiert wird.
Werte aus GPX-Datei errechnet. Steigung und Gefälle topografisch nicht angepasst und daher nicht real.
Sellajoch Passo Sella 2180 m
Die Wanderung fängt am Sellajoch an, oder genau genommen, etwas unterhalb am sogenannten Schutzhaus, wo sich das Hotel, die Parkplätze und die Talstation des Korbliftes befinden. Auch mit dem Bus kann man bequem aus dem Grödnertal hierher hinauffahren.
Die Landschaft wird vom imposanten Sellamassiv im Osten und vom Langkofel und vom Plattkofel im Westen beherrscht, wobei der Plattkofel aus dieser Perspektive alles andere als platt ist. Die Langkofelscharte ist die Passhöhe zwischen dem Langkofel und dem Plattkofel und wird vom Korblift in 2685 Metern Höhe angefahren. Sie ist die bequemste Möglichkeit, Höhenmeter zu sparen und die Wanderung an der Langkofelscharte zu beginnen.
Es besteht auch die Möglichkeit, die Langkofelscharte zu Fuß von der Talstation über Wegnummer 525 zu erreichen. Dies würde ein zusätzlicher Aufwand von knapp fünfhundert Höhenmetern bedeuten. Neben der Bergstation auf der Langkofelscharte liegt die Toni-Demetz-Hütte, wo nach einem solchen Aufstieg eingekehrt werden kann.
Langkofelhütte Rifugio Vicenza 2253 m
Von der Langkofelscharte wanderte ich steil durchs Langkofelkar hinunter. Der Pfad ist deutlich zu erkennen, aber stellenweise mit Geröll bedeckt. In dieser grauen Gesteinswelt, eingerahmt vom Plattkofel links und Langkofel rechts, sorgen die grüne Seiser Alm in der Ferne und der blaue Himmel oben für Kontrast. Im unteren Bereich des Langkofelkars flacht das Gelände allmählich ab und schließlich taucht die Langkofelhütte zur linken Seite auf. Die Langkofelhütte gibt Gelegenheit für eine Rast und um etwas zu essen oder zu trinken.
Nach der Langkofelhütte wanderte ich noch ein wenig weiter bergab, bis zu einer Kreuzung mit Wegweiser. Hier wählte ich den rechten Pfad. Indessen weitet sich das Panorama der Seiser Alm und auch der Schlern kommt zum Vorschein. Bald erreichte ich eine weitere Kreuzung, wo ich geradeaus weiterlief. Den anderen Weg würde ich an einem späteren Tag für die Umrundung des Plattkofels wählen.
Col de Mesdi 2114 m
Inzwischen wanderte ich auf Wegnummer 526 in etwa gleicher Höhe, mit stetigem Blick auf die breite Seiser Alm. Unmittelbar vor der nächsten Kreuzung führt der Pfad noch etwas stärker nach oben. Auf der Kreuzung selbst, die etwas oberhalb vom Col de Mesdi liegt, vereinen sich mehrere Pfade und Bänke laden zu einer Pause ein. Geradeaus geht es über den Col de Mesdi zur Bergstation der Seilbahn auf den Mont Sëura. In Richtung Emilio-Comici-Hütte, mein nächstes Ziel, führen zwei Pfade. Hier wählte ich den aussichtsreicheren oberen Pfad.
Nun verändert sich auch die Landschaft. Denn die Seiser Alm verabschiedet sich und in der Ferne erscheinen die Geislerspitzen und der Monte Stevia. Diese liegen im Norden jenseits des Grödnertals. Zu Füßen liegt die Alm des Mont Sëura und im weiteren Verlauf die Wiesen um den Ampezzanbach. Hier, an der Nordflanke des Langkofels, sind die Aussichten ebenfalls sehr weit und breit. Auf dem letzten Teilstück bis zur Emilio-Comici-Hütte schlängelt sich der Pfad in einer steinigen Gegend hinauf. Beim Blick zurück entlang des Langkofelhangs konnte ich weiterhin den Mont Sëura in der Ferne sehen. Dann, auf dem höchsten Punkt des Pfades, hatte ich schließlich die Emilio-Comici-Hütte erreicht.
Rifugio Emilio Comici Hütte 2154 m
Und wieder ändert sich die Landschaft schlagartig, denn nun blickte ich nach Osten auf das imposante Sellamassiv und auf die grünen Wiesen und Almen davor. Nachdem ich die Landschaftsszene fotografiert hatte, wollte ich mir etwas zum Essen in der Emilio-Comici-Hütte gönnen.
Dabei stellte sich heraus, dass diese Hütte sich von den sonstigen Berghütten abhebt. Zwar kommen auch gewöhnliche Wanderer im Selbstbedienungsbereich auf ihre Kosten, aber die Hütte selbst und ihre Terrasse richten sich eher an ein etwas gehobeneres Publikum, das mit einer Reservierung zuvor einen Sitzplatz gesichert hat, um dort die gehobene Küche zu genießen. Zwar hatte ich nicht reserviert, wurde aber als Einzelperson dennoch zugelassen. Und so genoss ich eine außergewöhnliche, köstliche Brennnesselsuppe.
Nach meinem Aufenthalt in der Emilio-Comici-Hütte setzte ich meine Wanderung in Richtung Sellajoch fort. Ohne viel Auf- und Abstieg und mit der Sellagruppe ständig im Blickfeld durchwanderte ich die sogenannte Steinerne Stadt und traf schließlich an der Talstation des Korbliftes ein, wo ich meine abwechslungsreiche Wanderung beendete.