Seceda Secèda
Diese Wanderung in beachtlicher Höhe ist außerordentlich aussichtsreich und durch die Bergbahnen leicht zugänglich. Mit Blick auf den Sonnenstand ist es ratsam, die Wanderung morgens im Osten am Col Raiser zu beginnen und nachmittags im Westen an der Seceda zu beenden. Teile der Dolomiten sind UNESCO-Welterbe, was mit einer von mehreren Welterbeterrassen, hier auf der östlichen Aschgler Alm (lad. Mastlé) gewürdigt wird. Die Terrasse bietet dementsprechend ein herrliches Panorama vom Sellamassiv über Langkofel und Plattkofel bis zum Schlern.
Unweit der Terrasse befindet sich bei einer entsprechenden Gesteinsformation die Pieralongia-Schwaige. Die Aschgler Alm setzt sich nach Westen hin fort. Die Sicht über die großflächige Alm hinweg zur Seceda ist ebenfalls atemberaubend. Der Pfad hinauf zur Seceda ist aus dieser Perspektive gut erkennbar und problemlos zu begehen. Und im Gipfelbereich der Seceda gibt es schließlich das erwartete und auch wohl weltweit bekannte Postkartenmotiv mit den Zacken der Spitzen der Geislergruppe.
Seilbahnen führen von Sankt Christina auf den Col Raiser hinauf und von der Seceda nach Sankt Ulrich hinunter. Für die Anfahrt und Abfahrt vor bzw. nach der Wanderung verkehrt zwischen beiden Orten der Bus.
Sankt Christina, Talstation 350 352 354 Sankt Christina, Dosses Col Raiser Seceda 2 & 1 350 352 354 Sankt Ulrich, Antoniusplatz Odles-Hütte • Pieralongia-Schwaige • Restaurant Secëda Seceda 2519 m Panascharte 2444 m Leicht • UNESCO-Welterbeterrasse • Mäßiger Anstieg • Markante Felsnadel • Riesiges Almpanorama • Höhenweg • Großes Gipfelkreuz • Markanter Aussichtspunkt • Touristischer HotspotWerte aus GPX-Datei topografisch interpretiert, errechnet und daher real.
Col Raiser 2107 m
An der Bushaltestelle »Dosses« in Sankt Christina gibt es vormittags einen Gratis-Shuttle zur Talstation der Col-Raiser-Seilbahn, die etwas außerhalb des Ortes gelegen ist. An der Bergstation auf dem Col Raiser gibt es bereits einen herrlichen Blick auf den Langkofel und den Plattkofel jenseits des Grödnertals. Neben der Bergstation liegen das Almhotel und die Odles-Hütte, denen ich zu dieser frühen Stunde keine weitere Aufmerksamkeit schenkte.
Mein erstes Ziel war die Welterbeterrasse der UNESCO, die hier als herausragender Aussichtspunkt errichtet wurde. Der Weg dorthin ist ausgeschildert und einfach zu begehen. Das breite Panorama vom Sellamassiv über den Langkofel und den Plattkofel bis hin zum Schlern ist tatsächlich atemberaubend.
Von den Welterbeterrassen, die auf geologische und landschaftliche Besonderheiten aufmerksam machen, gibt es in den Dolomiten insgesamt sechs. Davon existiert in Südtirol eine weitere Terrasse auf dem Strudelkopf im Pragser Tal. Zwei weitere Terrassen befinden sich jeweils in den Provinzen Trient und Belluno.
Malga Pieralongia Schwaige 2290 m
Von der Terrasse wanderte ich weiter nordwärts und leicht ansteigend zur Pieralongia-Schwaige, benannt nach der markanten Felsnadel unmittelbar daneben. Die Hütte und das Umfeld laden zu einer willkommenen Rast ein. Die Hütte liegt am südlichen Fuß der Geislerspitzen, die aus dieser Perspektive wenig spektakulär erscheinen. Aber das wird sich später radikal ändern bei deren Sicht aus Westen von der Seceda.
Ansonsten lassen auch von der Pieralongia-Alm die schönen Aussichten nicht nach. Abgesehen vom wunderbaren Blick nach Süden, schaute ich in Richtung Osten auf die Gipfel vom Stevia und Puez. Nach der Rast wanderte ich weiter und gelang bald auf die westliche Seite der Aschgler Alm, die in ladinischer Sprache Mastlé genannt wird.
Aschgler Alm Malga Mastlé ~ 2200 m
Diese andere Seite der Aschgler Alm konnte ich zwar von Col Raiser aus niedrigerer Höhe einsehen, aber von Pieralongia nicht. Somit war ich angenehm überrascht als plötzlich das überwältigende Panorama der Alm aus erhöhter Perspektive in Richtung Westen zur Seceda geboten wurde. Die niedriger gelegene Aschgler Alm ist sehr breit, hügelig und sattgrün. Mitsamt den kleinen Hütten, die auf der riesigen Alm zerstreut sind, bietet sie einen herrlichen Anblick. Zur rechten Seite konnte ich den weiteren Pfad in Richtung Seceda gut erkennen.
Die Abzweige hinunter zur Alm ließ ich links liegen. Beim Abzweig, der direkt zur Bergstation der Seceda-Seilbahn führt, wanderte ich jedoch steil zur Panascharte hinauf, die auf dem Grat zwischen der Seceda und den Geislerspitzen liegt. Hier herrschte ein Gedränge vieler Leute, die von der Seceda gelaufen kamen. Von der Panascharte blickte ich erstmals in das Villnößtal, das tief unten liegt. Der deutlich erkennbare Pfad von der Panascharte im Zickzack abwärts zur Brogleshütte am Raschötz, der auf manchen Karten noch eingezeichnet ist, ist übrigens dauerhaft gesperrt, was hier unmissverständlich angeschrieben ist.
Seceda Secèda 2519 m
Von der Panascharte wanderte ich auf ebener Strecke und später ansteigend auf den Gipfel der Seceda. Auf dem Gipfel befindet sich ein großes Holzkreuz mit einer Jesusfigur. Im Gipfelbereich gibt es an mehreren Stellen den berühmten Blick auf die Zacken der Geislerspitzen, der Besucher aus der ganzen Welt anlockt. Es sind diese Bergspitzen, die zur linken Seite steil abfallen und zur rechten Seite sanft in grüne Wiesen übergehen, die dieses Landschaftsbild so einzigartig machen.
Ich empfehle vom Gipfel der Seceda nach Norden hin ein paar Meter abzusteigen, denn dort gibt es einen noch etwas besseren Blick auf die Geislerspitzen, sowie eine schöne Sicht auf die weite Ebene des Raschötz, auf die Brogleshütte und ins Tal von Villnöß. Nachdem ich die Panoramen ausführlich genossen hatte, stieg ich zur Bergstation der Seceda-Seilbahn ab und fuhr über die Mittelstation Furnes nach Sankt Ulrich hinunter ins Tal.





